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38 Prozent Abbruchquote Pflege: Was ver.di-Daten wirklich zeigen

March 24, 2026 by
OdooBot

38 Prozent Abbruch, weniger als 43 Prozent Zufriedenheit

Die ver.di-Studie zur Pflegeausbildung liefert zwei Zahlen, die nebeneinander betrachtet werden müssen: 38 Prozent Abbruchquote in der Pflegeausbildung. Und: weniger als 43 Prozent der Pflege-Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Das ist keine Ausreißer-Statistik – das ist eine strukturelle Aussage über einen gesamten Ausbildungsbereich.

Die Erklärungen sind bekannt: Schichtdienst, körperliche Belastung, Bezahlung. Sie sind alle zutreffend. Aber sie erklären nicht die Abbrüche in den ersten Wochen – und die fallen in dieser Statistik besonders stark ins Gewicht.

Was die ersten Wochen damit zu tun haben

Viele Pflegeazubis beschreiben die erste Zeit als Sprung ins Unbekannte. Keine Orientierung. Keine klaren Erwartungen. Niemand, der sie wirklich einführt. Sie werden in den Stationsalltag geworfen – und sollen von selbst herausfinden, was von ihnen erwartet wird.

Das ist nicht bösartig. Es ist das Ergebnis von Einrichtungen, die so stark unter Kapazitätsdruck stehen, dass das Onboarding neuer Azubis als Aufgabe schlicht untergeht. Das Resultat ist vorhersehbar.

Wichtig: Für internationale Pflegeazubis kommt eine zweite Schicht hinzu: Sie müssen gleichzeitig arbeiten lernen und einen Alltag verstehen, der sich in allen Dimensionen von dem unterscheidet, was sie kennen. Pflegefachvokabular, Hierarchien auf Station, Kommunikation mit Patienten und Team – das ist nicht B1-Stoff.

Was nicht speziell für Pflege ist

Das Problem der fehlenden Begleitung ist kein pflegespezifisches. Es zeigt sich überall dort, wo Ausbildung als selbstverständlich behandelt und nicht als Aufgabe verstanden wird. In der Pflege ist es nur besonders sichtbar – weil der Druck besonders hoch ist und die Folgen besonders direkt messbar sind.

Gutes Onboarding ist in der Pflegeausbildung kein Extra. Es ist die Grundlage – und der Unterschied zwischen 38 Prozent Abbruchquote und einer, die ein Drittel geringer ist.

Was Einrichtungen tun können

Eine benannte Ansprechperson. Kulturelle Brückengespräche in den ersten Wochen. Sprachunterstützung, die auf das spezifische Vokabular der Pflegepraxis ausgerichtet ist, nicht auf allgemeine Deutschkenntnisse. Klare gegenseitige Erwartungen vom ersten Tag.

Keine dieser Maßnahmen erfordert ein Budget, das eine Pflegeeinrichtung nicht hat. Sie erfordern eine Entscheidung: Die ersten Wochen sind unsere Verantwortung. Weitere Informationen unter /azubi-krankenhaus.

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