2026: Der statistisch schlechteste Zeitpunkt, keine Alternative zu haben
2026 ist das Jahr, in dem zwei strukturelle Faktoren gleichzeitig wirken: schwache Geburtskohorten aus der Mitte der 2000er Jahre treten in den Ausbildungsmarkt ein – und gleichzeitig vollzieht eine Reihe von Bundesländern den Wechsel von G8 zu G9. Das Ergebnis ist ein doppelter Rückgang bei der Zahl der Schulabsolventen.
Dieser Rückgang ist keine Prognose. Er ist das Ergebnis bekannter Daten – Geburtenzahlen, Schultransitionsstatistiken, bildungspolitische Entscheidungen. Wer diese Daten kennt, weiß: 2026 ist der statistische Tiefpunkt.
73.400 unbesetzte Stellen – das ist der Ausgangspunkt
73.400 unbesetzte Ausbildungsstellen. 38 Prozent mehr als vor COVID. Das ist der Ausgangspunkt – bevor der fehlende Jahrgang sich bemerkbar macht. Das ist die Zahl, von der aus der Markt noch schwieriger wird.
Für Betriebe, die noch darauf setzen, dass sich die Lage normalisiert: Die Zahlen zeigen keine Trendumkehr. Sie zeigen einen Prozess, der sich beschleunigt.
Der Zeitplan für internationale Rekrutierung
Visumantrag: realistisch drei bis sechs Monate. Berufsanerkennung: parallel möglich, ebenfalls mehrere Monate. Onboarding und erste Wochen: einplanbar, sobald der Kandidat da ist.
Das bedeutet: Wer im Frühjahr 2026 besetzte Ausbildungsstellen im Herbst haben möchte, hat heute – Frühjahr 2026 – bereits zu spät begonnen. Für Herbst 2027 ist jetzt der richtige Zeitpunkt.
Was das konkret für den Betrieb bedeutet
Betriebe, die weiterhin ausschließlich auf den inländischen Bewerbermarkt setzen, werden Stellen nicht besetzen. Das ist keine Panikmache – das ist eine Konsequenz aus bekannten Daten.
Betriebe, die jetzt umdenken, bauen einen Prozess auf, der sich wiederverwenden lässt. Einmal gelernt, wird internationale Rekrutierung zu einer normalen Säule der Personalplanung. Weitere Informationen unter /azubi-handwerk, /azubi-industrie und /azubi-krankenhaus.