Fachkräftemangel trifft Deutschland besonders hart – doch Indien bietet eine der größten und am besten ausgebildeten Jugendpopulationen der Welt. Immer mehr Betriebe stellen erfolgreich Azubis aus Indien ein. Hier lesen Sie, wie es genau funktioniert.
Warum Indien? Die Zahlen sprechen für sich
Indien hat über 600 Millionen Menschen unter 25 Jahren. Viele von ihnen haben bereits technische Grundkenntnisse, sprechen Englisch und sind hochmotiviert, in Deutschland eine Ausbildung zu absolvieren. Für deutsche Handwerks-, Industrie- und Pflegebetriebe ist das eine riesige Chance.
Schritt 1: Voraussetzungen klären
Bevor Sie einen Azubi aus Indien einstellen, müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllt sein:
- Ausbildungsberechtigung (Ausbilderschein)
- Betriebliche Eignung nachgewiesen
- Ausbildungsvertrag mit IHK/HWK registriert
- Deutschkenntnisse des Azubis mind. A2 (besser B1)
Schritt 2: Das Visum für Berufsausbildung (§ 16a AufenthG)
Indische Staatsangehörige benötigen ein nationales Visum für Berufsausbildung. Planen Sie mindestens 6 Monate Vorlaufzeit ein:
- Monat 1-2: Vorabzustimmung der Ausländerbehörde
- Monat 2-3: Visumantrag bei der deutschen Botschaft in Indien
- Monat 3-5: Bearbeitung (Wartezeiten beachten)
- Monat 5-6: Einreise und Anmeldung
Schritt 3: Deutschkurs vor der Einreise
Die Goethe-Institute in Indien (Neu-Delhi, Mumbai, Pune, Bangalore) bieten Deutschkurse an. Für die Ausbildung sind mindestens B1-Kenntnisse empfohlen. Viele Betriebe übernehmen die Kurskosten als Investition in ihren zukünftigen Azubi.
Kosten im Überblick
- Visumgebühren: 75 €
- Deutschkurs B1/B2: 500 – 1.500 €
- Flug nach Deutschland: 600 – 1.200 €
- Unterkunft erste Monate: 300 – 600 €/Monat
- Verwaltung/Anerkennung: 200 – 500 €
Von der Kandidatenauswahl bis zur Ankunft in Ihrem Betrieb – kein Aufwand, keine bürokratischen Überraschungen.